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LOORIEN AKADMIE SCHWAZ
die Waldakademie des Schwazer Silberwaldes


Impulsreferat von Armin vom Silberwald

 

ÖKOPSYCHOSOMATIK und das Lumen naturale
(zur Eröffnung der Akademie)

 

Liebe Freunde des Silberwaldes und hoffentlich auch bald unserer AKADEMIE

 

Am Anfang stelle ich einen unserer Silberwaldsätze: „Der Silberwald ist der Wald der Wahrheit und des Wissens. Wer aber von sich sagt, er hat die Wahrheit gepachtet, der hat sie noch nie erfahren.“

 

Unser Satz bedeutet, wir sind Wahrheitssuchende, was immer die Wahrheit dann auch ist. Deswegen gründen wir die LOORIEN AKADEMIE SCHWAZ hier im Silberwald.
Wir arbeiten mit der Trinität von Herz, Verstand und Seele. Aber nicht wenige Freunde sagen, vertraue deinem Herzen, schalte den Verstand aus.

 

Wir verzichten nicht freiwillig auf das wertvolle Werkzeug des Menschen, seinen Verstand, wir wollen denken, auch wenn das unbequem ist. Deswegen stellen wir der modernen ÖKOPSYCHOSOMATIK Tomas von Aquin mit seinem „Lumen naturale“ gegenüber.

 

Thomas von Aquin geb. 1225, ein Dominikanermönch, gehört zu den bedeutendsten Kirchenlehrern der römisch-katholischen Kirche. Er war der erste Aristotelesübersetzer (nach den Spaniern) in Europa. Dieser Aristoteles, ein Philosoph der griechischen Antike, hat maßgebend sein Denken bestimmt. Tomas war ein für die Kirche unbequemer Wahrheitssuchender, wurde dennoch zu einem Heiligen erhoben.

 

Im Zentrum seiner Arbeiten steht oft sein erkenntnistheoretischer Begriff „Lumen naturale“
Abgeleitet von
Peter Hoffmann, Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main, zitiere ich:

 „Die Philosophie schöpft ihre Erkenntnisse und Lehren aus dem Bereich, der mit der natürlichen Vernunft erkennbar ist und den durch sie abgeleiteten Erkenntnissen (Lumen naturale).

Die Theologie hingegen bezieht ihr Wissen durch die besondere Erkenntnisform der göttlichen Offenbarung. Sie bildet einen Erkenntnisgrund eigener Art, nicht gegen die Vernunft und die Dinge, die dem Menschen durch das „Lumen naturale“ einsichtig sind, sondern außerhalb des Bereiches, der durch die natürliche Vernunft abgedeckt wird (Lumen supranaturale). Dieser Bereich kann durch die Vernunft nur über Grenzbegriffe erschlossen werden.“

 

Thomas schafft hier den Spagat zwischen Philosophie der Erkenntnis und der Theologie der göttlichen Offenbarung. Immer aber durch mühsames eigenes Denken und offen sein für die Erleuchtung der Natur. D.h. kritisch sein und ohne ein Nachfragen sich ergebender Fragen und vor allem Antworten gibt es weder eine Erkenntnis noch eine Offenbarung.

 

Das soll uns begleiten, wenn ich jetzt über die moderne ÖKOPSYCHOSOMATIK spreche.

In ihrer modernen Form öffnet sie neue Welten. Immer wieder passiert es aber, dass auch von ihren namhaften Vertretern, sich einiges wie reiner Glaube anhört. Dort wo der Glaube regiert und bestimmt, setzt die Vernunft aus. Beide vertragen sich nur schwer. Also wollen wir alles nun kommende auch kritisch betrachten und ein jeder für sich selber hinterfragen.

 

In der modernen ÖKOPSYCHOSOMATIK üben zwei Namen einen großen Einfuß aus: international der japanische Medizinprofessor QING LI und im deutschsprachigen Raum der Biologe Clemens G ARVAY.
Qing Li erarbeitete mit einem großen Team aus Wissenschaftlern Studien über die Wirkung des Waldes auf das Herz. Durch ihn wurden die Begriffe Shinrin Yoku (Forest bathing) und Waldmedizin (Forest medicine) international bekannt.

Clemens G ARVAY wird einem immer größer werdenden Kreis durch seine Bücher „Der Biophilia Effekt“ und „Der Heilungscode der Natur“ bekannt.

 

Die moderne ÖKOPSYCHOSOMATIK, im Gegensatz zur traditionellen, öffnet neue Welten des Heilens und sorgt für einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft der Immunologie. Gerade deswegen ist die moderne ÖKOPSYCHOSOMATIK immer wieder zu hinterfragen. Am besten mit Thomas von Aquins Lumen naturale.

 

Vorerst noch zur traditionellen ÖKOPSYCHOSOMATIK. Dieser Begriff stammt von der Psychologin Sigrun Preuss, die in den frühen 1990-ger-Jahren ein Buch mit diesen Titel geschrieben hat. ÖKOPSYCHOSOMATIK ist aber dem Inhalt nach viel älter, geht eigentlich bis in die Antike zurück. In der derzeitigen, traditionellen, im Gegensatz zur sich noch entwickelnden modernen ÖKOPSYCHOSOMATIK, geht es um Umweltbelastungen des Menschen. Hierunter zu verstehen sind psychische und körperliche Beschwerden, die durch Schadstoffe, Lärm und Elektrosmog ausgelöst werden, wie z.B. die Migräne etc. Etwas umfassender gesagt geht es um Umwelttoxikologie. Das ist die Lehre von den Schadwirkungen der modernen Umwelt auf den Menschen. Diese Sicht ist in ihrer Entwicklung nicht zur Gänze stecken geblieben, aber sie hat sich selber sehr eingeengt.

 

Im Gegensatz dazu die modernen ÖKOPSYCHOSOMATIK, in der es um die Beschreibung, daher auch um wissenschaftliche Forschung in der Beziehung Mensch-Natur-Medizin geht. Die moderne ÖKOPSYCHOSOMATIK ist als Wissenschaft noch nicht allseits anerkannt. Das ist aber nur eine Frage der Zeit.

 

Sie versucht sich als eigenständige Wissenschaft in Medizin und Biologie zu etablieren.
Der Nutzen der Natur für die Psychotherapie und die Lehre von Umweltschadstoffen vervollständigt noch nicht die moderne Variante. Hinzu kommt noch die zelluläre, organische, biochemische Ebene. Es geht hierbei um das Eingebundensein des Stofflichen und Organischen in den Funktionskreis der Natur. Erst dieser Ansatz macht die biomedizinische Forschung der  modernen ÖKOPSYCHOSOMATIK komplett. So können auch Naturwissenschaftler und Ärzte an ihr partizipieren.

 

Was steht hinter all dem? Die Wissenschaft der Immunologie befindet sich in einem großen Umbruch, vielleicht ist es schon ein Paradigmenwechsel. Einflüsse des Waldes durch seine phytogenen Stoffe (Terpene) auf das Immunsystem stärkt das Herz, unterstützt den Kampf gegen Krebsarten, stärkt Psyche und Physis im Allgemeinen. Anerkannte Studien zeigen, dass Krebs erst gar nicht entsteht, wenn ein Leben in der Symbiose von Mensch und Natur im ausreichenden Maße gegeben ist.

Da muss man vielleicht doch etwas kritisch sein, wenn Thomas von Aquin mit seinem Lumen naturale verstanden wird.

In jedem Fall hat sich darum der fernöstliche Mediziner Qing Li und andere namhafte Biologen und Mediziner mit ihren Forschungen auf dem Gebiet der Waldmedizin verdient gemacht.

 

Clemens G. Arvay definiert die moderne ÖKOPSYCHOSOMATIK wie folgt. Ich zitiere:

„Die ÖKOPSYCHOSOMATIK ist die evidenzbasierte Wissenschaft vom stofflichen sowie auch nichtstofflichen Einfluß der Pflanzen, Tiere und Ökosysteme auf die körperliche und psychische Gesundheit des Menschen. Dieser Einfluß ist über die Hautoberfläche erweitert hinaus zu denken. Der Mensch ist ein Lebewesen, und so in einem evolutionsbedingten Funktionskreis in seinem natürlichen Lebensraum eingebettet.“ (Etwas anders formuliert.)

 

Zum Schluss: Der Mensch ist mehre Jahrhunderttausend alt, eigentlich mit Vorlaufzeit Millionen Jahre seiner evolutionsbedingten Entwicklung. Der Lack seiner Kultur ist enorm dünn. Kratz man nur leicht daran, kommen Urtriebe und Urinstinkte dominierend zum Vorschein. Der Mensch wird zur Vorstufe des Tieres, überzeichnet gesagt. Ebenso ist sein Naturbezug und damit der Einfluss der Natur auf seine seelische und körperliche Gesundheit immer noch existentiell dominierend. Zehntausend Jahre Kultur konnten daran nichts ändern. Sehr wohl aber kann ihn die Naturentfremdung, seine immer weitere Entfernung von der Natur, sehr krank machen, ja bis zum Tod führen.

Wenn seine Lebensweise immer mehr mit seinen uralten, dominierenden Archaismen im Gehirn (Limbisches System, Stammhirn) und in seiner gesamten Physis und damit auch wirkend auf seine Psyche, im Widerstreit steht, muß er zwingend krank werden. Bestenfalls wird er lebendig tot sein. Was auch wieder mit Thomas von Aquin zu hinterfragen wäre.

 

Vielen Dank.

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