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LOORIEN AKADMIE SCHWAZ
die Waldakademie des Schwazer Silberwaldes


UNSER WALD I.  – Der Geist der Bäume

 

von

Armin vom Silberwald
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für die LOORIEN AKADEMIE SCHWAZ
die Waldakademie des Schwazer Silberwaldes

und Gerhard Krawinkler in Hagelsberg OÖ

 

≡≡≡≡ blauer Texte ist für ein erweitertes Referat

 

„Der Geist der Bäume“ ist in jüngerer Zeit ein häufig verwendeter Titel unter den Freunden des Waldes und der Bäume. Besonders möchte ich hier das umfangreiche Buch von Fred Hageneder „Der Geist der Bäume“ anführen. In ihm wird versucht, sich auf dem Boden der Wissenschaftlichkeit zu bewegen. Hier in diesem Impulsreferat möchte ich aber einen anderen Zugang zu diesem Thema auftun, einen nicht ganz leichten. Wir werden gemeinsam den Weg des Selberdenkens gehen.
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Der Kopf und der Wald

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Ich beginne dieses Referat mit einem Satz, den es seit der Gründung des Silberwaldes vor 15 Jahren gibt.

„Der Wald in deinem Kopf ist nicht der Wald, in den du hineingehst“
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Der Satz ist ein erkenntnistheoretischer und hört sich etwas verwirrend an. Ist aber eigentlich einfach zu verstehen.
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Also, das Bild des Waldes wird von Kindheit an in jedem Menschen geprägt. Bücher, Filme und ständige Veröffentlichungen in den Medien verfestigen immer mehr ein Bild vom Wald, wie es ihn so nicht wirklich gibt. Die gesellschaftliche Verfremdung dem wirklichen Wald gegenüber geht analog mit z.B. der Lila-Kuh, der gelben Quietschente oder Walt Disney´s großäugigem Bambi. Mit zunehmendem Alter kommt ein immer stärker sich entwickelnder Naturromantizismus hinzu, der vom wahren Wald immer weiter entfernt.
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Alle Erkenntnisse passieren mehr oder weniger im Kopf. In Folge auch prägende Erfahrungen, die sich dann in einem immer wiederkehrenden, geschlossenen Kreislauf im Kopf verfestigen. Das haben so imaginäre Prozesse an sich.
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Im Gedächtnis gibt es vermehrt Bilder eines überbordenden, barocken Waldes. Es sind Bilder ohne das Substantielle oder das Essentielle eines vielfältig lebendigen Waldes. Die Verbindung zwischen Wald und Kopf wird im fortschreitenden Alter immer mehr unterbrochen. Es entsteht Erkenntnis ohne tatsächlichen Wald. Diese imaginäre Erkenntnis und Erfahrung entwickelt sich zuerst autonom und dann autark vom wirklichen Wald. Der Wald im Kopf wird zur eigenständigen Wirklichkeit.
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Wobei zu bemerken ist, den magisch-mystischen Wald findet jeder in sich, denn ihn gibt es nur im Kopf. Aber daraus kann eine Faszination des Waldes entstehen, die den Interessierten, den Angesprochenen weit in die Tiefe des Seins des natürlichen Waldes außerhalb seines Kopfes, seines eigentlichen Seins hineinführt – wechselwirkend.
Umgekehrt genauso. Zuerst das Verlangen nach Wissen, daraus entwickelt sich ein mystisch-magisches Empfinden eines Waldes.

Also wie gehen Entwicklungsprozesse zum (mystisch-magischen) Wald und umgekehrt vor sich:

Interesse – Erfahrung - Faszination - Erkenntnis
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Wobei es die Faszination ist, die sich in diesem Prozess an verschiedene Positionen, je nach Fall, setzen kann.
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Ein Für und ein Wider – ein kleiner Exkurs.
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Zuerst noch. In Folge könnte man der Meinung sein, hier im Referat wird die forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes verteufelt. Ich hoffe, dass es so nicht ist.
Wir alle, nicht alle, wollen Echtholzmöbel. Und das möglichst nicht aus Holz aus den Tropen. Da bleiben nur mehr die Wälder unserer Region oder im weiteren Sinne die Europas übrig. Und damit die Möbel für möglichst jeden leistbar sind, braucht es eine Forstwirtschaft. Da können als negatives wie auch als positives Beispiel die Österreichische Bundesforste AG, in Folge kurz ÖBf, dienen. Der von den ÖBf verwaltete und bewirtschafteten Wald gehört nicht den ÖBf, sondern der Republik Österreich, also allen österreichischen Staatsbürgern – dir und mir.
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Die ÖBf geben sich wie Landesfürsten. Sie sind auch die größten Waldbesitzer Österreichs. Sie betreiben exzessive Forstwirtschaft in Form von Mono-Baumkulturen in industriellen Prozessen.
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Darüber sollen z.B. ausgewiesene Naturschutzgebiete mit entsprechender Infrastruktur auf ÖBf-Grund nicht hinwegtäuschen. Dafür haben sie den Auftrag der Republik bekommen. Sie tun es auch aus Imagegründen, denn ihr Ruf ist wirklich nicht der beste, was naturnahe Waldwirtschaft und Verhalten gegenüber regionaler Bevölkerung betrifft. Vergessen sollte auch nicht werden, die ÖBf müssen Dividende an die Republik abliefern und zwar eine möglichst hohe. Hier verlangt bzw. spricht der Staat bzw. die Politik mit zwei Zungen. Das ist so wie mit dem Rauchen.
Aber es findet auch in den ÖBf verändertes Denken statt. Da besteht Hoffnung, denn sie sind immer mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit.
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Eine Vision: Was wäre das für eine Welt, wenn der Mensch für seinen Alltag kein Holz eines Waldes mehr verwenden würde. Wie würde da die globale Welt und einzelne Regionen aussehen? Gäbe es dann vorwiegend nur Wälder mit uralten Bäumen, neben natürlich jungen heranwachsenden, und wieder eine nicht mehr vorstellbare Artenvielfalt der Natur?
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Brauchen wir dann noch Möbel aus Holz oder Zeitungen und Bücher aus Papier? Gar nicht so absurd. Die moderne Medientechnologie mit PC, Smartphone und E-Book lebt das schon vor.
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Künftigen Gesetzen nach dürfte Holz nur für besonders ausgewählte und gesellschaftlich wertvolle Produkte verwendet werden, wie z.B. wunderbare Folianten. Aber denken wir einmal praktisch. Wie könnte das Material Holz für einen Tisch ersetzt werden? Vielleicht durch Erdölprodukte. Das ist aus den bekannten Gründen nicht wirklich eine Lösung.
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Vielleicht etwas Science-Fiction. Tische würden nur mehr aus einer energetischen Platte, freischwebend in der Luft bestehen. In meiner Jugend sahen wir in Comicheften oft distanzlose Kommunikation über Armbandsender- und -empfänger. Für uns nicht vorstellbar, dass es jemals so etwas geben würde. Bis dann das Internet, die Handys und Smartphone kamen. Also warum nicht ein Alltagsleben ohne Holz. Heute noch für nahezu alle unvorstellbar.
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Bis zu 90 % unserer Erde besteht aus Silikaten. Das wäre der nahezu unbegrenzt vorhandener Stoff der Zukunft, aus dem auch Möbel und Elemente von Häusern bestehen können. Tut es natürlich auch schon, vorwiegend bei Bauprojekten. Möbel aus Beton scheinen noch sehr fragwürdig. Aber der Beton der Zukunft wird ein ganz anderer sein, als der, den wir heute kennen. Wir werden uns mit dem Institut für Konstruktion- und Materialwissenschaften der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck in Verbindung setzen. Hier besteht ein echter Forschungsbedarf.

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Veganer und Vegetarier lehnen alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs ab, weil ihnen die Tiere leidtun. Warum tun ihnen nicht die Bäume leid. Diese sind auch vergewaltigte, soziale und bis zu einem bestimmten Maß intelligente Lebewesen. Nur haben sie keine Kulleraugen.
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Aus leidvoller Erfahrung der Geschichte. Der Mensch wird auf die Ressource Holz so lange nicht verzichten, so lange sich damit Geld verdienen lässt. Oberstes Streben des Menschen ist die Ausbeutung der Natur auf Grundlage von Gier und Macht. Das ist das Wesen seiner Art und erst wenn er einen ethisch evolutionären Sprung durchlebt, wird er ein anderes Verhältnis zum Natur leben.

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Zurück zur Faszination

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Interesse und Faszination sind nicht dasselbe. Einmal steht das eine, ein andermal das andere am Beginn eines Erkenntnisprozesses.
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So wollen wir mit Ursachen von Faszination bezüglich einer Betrachtung des Waldes beginnen, und das einfach nur mit Highlights und leicht verständlichen Zusammenhängen. Damit lässt sich rasch Aufmerksamkeit und Interesse wecken.
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So unwahrscheinlich und absurd sich folgendes hier liest, abgesehen von der Welt der Ozeane ist der Wald das größte und wahrscheinlich das artenreichste Lebewesen auf unserer Erde. Er ist ein einziger großer Superorganismus. Dieses Lebewesen kann wirklich als ein einheitlich Großes und Ganzes betrachtet werden.
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Zuvor noch anderes. Dass Bäume untereinander kommunizieren, ist inzwischen vielen bekannt. Dass Bäume soziale Wesen sind weniger, aber immerhin schon.
So kommunizieren Bäume nicht nur über die Luft mit winzigen chemischen Teilchen (Aerosolen) aus der Gruppe der Phytonzide, die man Terpene nennt, sondern auch in der Erde, im Bereich der Welt der Wurzeln. Dort vernetzen sich Wurzeln Bäume wetterunabhängig untereinander. Ein enormer Vorteil.
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Besonders interessant; Nachrichten werden in dieser für viele verborgenen Welt nicht nur chemisch übermittelt, sondern auch elektrisch. Zwar bei chemischen Prozessen nur mit der Geschwindigkeit von einigen Zentimeter pro Sekunde, aber immerhin. Wird ein Baum z.B. von Schädlingen befallen, werden auf diesem Weg alle Nachbarbäume - und darüber hinaus - informiert. Rasch produzieren Bäume giftige Gerbstoffe, die sie dann wie durch Adern im Baum verteilen. Die Bäume erkennen unterschiedliche Angreifer und verwenden dann verschiedene Giftstoffe.
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Überschneiden sich Wurzeln verschiedener Bäume nicht, gehen also keine Verbindung ein, dann gibt es meist dazu auch ein riesiges Flechtwerk an Pilzen. Über sie geht die Nachrichtenverbreitung wesentlich schneller.
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Endlose Pilzfäden durchdringen den Boden, ja durchweben ihn in einer nicht vorstellbaren Dichte und Größe. Es wird in vielen Büchern folgender Satz publiziert. Ob er wirklich stimmt kann ich nicht sagen, denn allzu oft schreibt der eine vom anderen ab. Und wer hat das wirklich geprüft?
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„Ein Teelöffel Walderde soll mehrere Kilometer, dieser Pilzfäden, die sogenannten Hyphen enthalten.“
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Man muß sich einmal vorstellen: welche eine Dichte an Leben ein gesunder Waldboden unter unseren Füßen beherbergt. Nimmt man noch all die Tausenden Bakterien in solch einem Teelöffel Erde hinzu, ganz abgesehen von anderem kleinem Getier, scheint im Boden unter den Füssen alles nur aus Leben zu bestehen. Geht man barfuß über einen gesunden Waldboden, geht man sprichwörtlich auf purem Leben, das ist dann die wahre Mutter Erde und nicht irgendwelche Phantasien des Menschen von der Natur.
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Dem nicht genug, ein einzelner Pilz kann sich über Jahrhunderte etliche Quadratkilometer ausdehnen und so ganze Wälder vernetzen. Und das immer noch in der vorher beschriebenen Dichte - mehr oder weniger. Die Pilze schicken Elektrosignale vom Baum zu Baum, zum nächsten und darüber hinaus. Also Nachrichten von Insektenüberfällen, plötzlichen klimatischen Änderungen oder wenn der Mensch beginnt, Bäume zu fällen. Hier hat die Wissenschaft einen neuen Begriff, den einige schon gehört haben, generiert: das „Wood-Wide-Web“. Wie das funktioniert erkennt man erst in Ansätzen.
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Sicher ist, die Datenübertragung erfolgt in einer hohen Effizienz, wobei aber nicht immer die Geschwindigkeit das Ausschlaggebende ist, sondern ganz neue, wertvolle Qualitäten sich zeigen werden. Hier könnte man dann von BIONIK sprechen. Also das Abschauen, Kopieren und Weiterentwickeln von Technik und Funktionen der Natur zum Nutzen des menschlichen Fortschrittes. Auch so ein fragwürdiger Begriff „der menschliche Fortschritt.
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Das war nur ein Wunder, nur ein wenig Faszinierendes über unseren Wald. In Folge käme man da wirklich in die imaginäre Welt des Magisch-Mystischen, wenn man kausal ergebenden Fragen nachgeht.
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Ist der Wald mit all seinen Bäumen und der einzelne in seiner unwahrscheinlichen Vielfalt und Dichte an umgebendem Leben intelligent? Nach menschlichen Bedingungen für Intelligenz schon. Bedingungen sind Kommunikation, Aktion und Reaktion, soziales und gesellschaftliches Verhalten, Entwicklung von Strategien, Individualität, sowie auch Massenphänomene, usw.
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Was ist das dann wirkliche für eine Intelligenz? Steht hinter Intelligenz ein Geist? Liebe, Verständnis, Verstehen, Toleranz usw. Alles das, so wie beim Menschen, trifft auch auf den Wald bzw. den Baum zu. Wer oder was ist denn der Geist eines Waldes oder gar der eines singulären Wesens, wie der Baum eines ist? Gibt es Geist nur in einer Gemeinschaft von Bäumen, so wie die Schwarmintelligenz bei Vögeln oder Fischen? Hier spricht der Mensch tatsächlich von Intelligenz, nähmlich einer Schwarmintelligenz. Der Geist eines Baumes ist wohl mehr und differenter. Vielleicht kann man wirklich sagen:
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„Jeder Baum hat einen Geist, damit es den großen Geist des Waldes überhaupt geben kann.“
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Ist das zu sehr spekulativ, zu sehr eine Annahme, ein Wunschdenken? Im Gegensatz zu vielen anderen erlauben wir „Waldler“, also wir vom Wald, uns, zu denken. Denn Denken ist einfach wunderbar, wenn auch meist sehr mühsam. Und warum soll sich der Mensch eines seiner wichtigsten Werkzeuge berauben? Alleine das Herz sprechen zu lassen, wäre uns Waldlern ein Sakrileg am Wald. Für uns gilt auch Nachvollziehbarkeit im Vorgang des Denkens, d.h., eigentlich sollten Aussagen, Hypothesen oder Theorien nachvollziehbar, für jeden verständlich sein.
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Fangen wir nochmals an. Besteht das Wesen Baum auch als Geist? Vielleicht ist so die Frage nicht richtig gestellt. Beinhaltet das Wesen Baum auch einen Geist? Ist dieses Wesen nach den Maßstäben des Menschen dafür intelligent genug? Gegenfrage: Sind alleine die Bedingungen von Intelligenz innerhalb seiner Anthropozentrik dafür ausreichend? Streng genommen JA. Sie lassen sich hier anführen, das passiert aber aus Platzgründen nicht.
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Bitte nicht ins Reich der Esoterik oder einer Pseudo-Naturreligion sich verlieren. Wenn gewünscht, könne wir auch darüber reden. Nur wäre das dann kein Impulsreferat mehr.
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Bestimmt der Grad, die Qualität der Intelligenz den Geist eines Wesens? Sicher nicht, aber bleiben wir einmal in einem so strengen Rahmen. Sonst werden folgende Schlüsse vorab von Ihnen sicher abgelehnt.
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Fremd ist der Kultur der Menschen die Allbeseeltheit der Natur unter dem Begriff des Pantheismus nicht. Monotheistische Religionen wie z.B. die christliche lehnt so etwas aber strikt ab. Das liegt in der Natur des Monotheismus, sonst würde er sich selber ad absurdum führen.
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Die andere Perspektive, die des religiösen Naturromantizismus ist letztlich polykausal. Sie widerspricht sich selbst im wesentlichen und ist so bei der Erforschung des Geistes eines Baumes nicht hilfreich.
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Wenn von einem Geist eines Wesens die Sprache ist, setzt das anthropozentrisch betrachtet ein Bewusstsein voraus? Setzen wir uns da einmal einen engen Rahmen und sagen JA!
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Der Begriff „Bewusstsein“ wird vielfältig unterschiedlich verwendet und hat in seiner Entwicklung mehrere Deutungswendungen erlebt. Sagen wir hier einfach: ein Wesen hat ein Bewusstsein, wenn es sich seiner Existenz bewusst ist. D.h. ich bin mir bewusst, dass es mich gibt und ich handle entsprechend danach.
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Tun das komplexe Lebensformen wie die Bäume eines Waldes oder ein Ameisen- oder Bienenvolk? Bienen- und Ameisenvölker sind hoch organisiert und ebenso spezialisiert. Ihre Lebensweise ist streng funktional geregelt, von ihrer Evolution her sich über Jahrmillionen entwickelt und verfestigt. D.h. sie leben evolutionär und daher auch entwicklungsbereit und -fähig aber nahezu ausschließlich als großes mono-funktionales Ganzes.
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Der Wald ist auch ein großes Ganzes, aber im Gegensatz zu einem Ameisenvolk besteht er aus einer großen Vielfalt an Lebewesen, eben auch aus Bäumen. Jeder Baum ist ein individuelles Lebewesen. Unverwechselbar und einmalig und doch im Regelfall, wenn man ihn lässt, ist er dichtest eingebunden in die Familie Wald.
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Also Bewusstsein, wenn es nicht gerade ein Mega- oder ein Metabewusstsein ist, setzt zuerst einmal ein individuelles Lebewesen voraus. Dann verlangt ein Bewusstsein eines singulären und individuellen Lebewesens, dass es eben sich seiner selbst bewusst ist. Ist das ein Baum? Ja. Er handelt nahezu wie Menschen. Er ist sozial, er führt Krieg mit anderen Bäumen, wenn es z.B. um Ressourcen geht. Er entwickelt Strategien, er handelt bewusst nach Bedarf, er freut sich, er liebt usw. Das weiß man inzwischen aus vielen Forschungsarbeiten.
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Hier kurz ein Auszug aus Wikipedia unter „Geist – Begriffserklärung“

„Bezogen auf die allgemeinsprachlich „geistig“ genannten kognitiven Fähigkeiten des Menschen bezeichnet „Geist“ das Wahrnehmen und Lernen ebenso wie das Erinnern und Vorstellen sowie Phantasieren und sämtliche Formen des Denkens wie Überlegen, Auswählen, Entscheiden, Beabsichtigen und Planen, Strategien verfolgen, Vorher- oder Voraussehen, Einschätzen, Gewichten, Bewerten, Kontrollieren, Beobachten und Überwachen, die dabei nötige Wachsamkeit und Achtsamkeit sowie Konzentration aller Grade bis hin zu hypnotischen und sonstigen tranceartigen Zuständen auf der einen und solchen von Überwachheit und höchster Geistesgegenwärtigkeit auf der anderen Seite.“

Viele dieser Bedingungen für Geist erfüllt das Wesen Baum. Daher wage ich schon zu sagen, ein Baum hat einen Geist.
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Kompliziert wird es mit der Frage: ist der Baum neben seiner Stofflichkeit auch ein immaterieller Geist oder, sehr vereinfacht gesagt, wohnt in einem Baum ein Geist, wie der Mensch es von sich sagt?
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Da gibt es einen großen Unterschied. Z.B. sagt jeder Mensch von sich wie selbstverständlich, er habe ein Bewusstsein. Ist das so selbstverständlich? Wo ist das Bewusstsein im Menschen. Im Kopf oder provokant gesagt in seiner Zehe? Wie schwer ist ein Bewusstsein oder wie viele Zentimeter ist es lang. Niemand kann das sagen.

Also ist das Bewusstsein, und das gilt auch für den Geist, ein immaterieller Teil eines immateriellen Ganzen oder ist der Geist das immaterielle, feinstoffliche Ganze? Da gibt es dann wieder die uralte Frage nach einem Geist in einem Baum, wir z.B. ein Devo oder eine Baumelfe.
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Nun genug. Bäume haben einen Geist. Auch wenn man alle religiösen – schamanischen Ausformungen bei Seite lässt und nach streng empirischen Erkenntnissen geht. Das Problem liegt in der Definition von Geist aus der Perspektive der Anthropozentrik.
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Also nach dieser wohl sehr kurzen Rede, aber nach vielen neuen Erkenntnissen aus der aktuellen Forschung über den Wald und pflanzliches Leben, sage ich: „Bäume haben einen Geist oder sind auch neben ihrer physischen Materialität geistig immaterielle Wesen.

Ist Wald nur dort wo Bäume sind?

"Für alles gibt es eine Sprache, aber nicht für alles eine Wortsprache, sagen alte Waldkulturen."

Folgendes ist schwer zu verstehen, denn urbane Mensch hat nicht nur eine andere Sprache, sondern auch ein anderes Denken. In Folge Angeführtes scheint manch Vorgenanntem im Referat zu widersprechen.


Was den Wald im Innersten zusammenhält, sind die Beziehungen seiner Einzelwesen untereinander. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung solcher Wesen, die durch ein Netzwerk miteinander verbunden sind, sondern der Wald ist ein einziges großes Beziehungsgeflecht. Das ist von ganz anderer Qualität, als eben nur ein Netzwerk wie der gerne gebrauchte moderne Begriff "Wood Wide Web".

 

Mit dem Einzug des Begriffes "Naturraummanagement" meint die Forstwirtschaft, aber auch der Mensch im allgemeinen noch immer, der Wald sei nur ein biologisches und physisches Netzwerk von einer anderen Perspektive der Ethik her betrachtet.
Was für den Menschen noch ein Waldökosystem ist, ist für den Angehörigen einer Waldkultur eine Welt, in der Geister, Träume und eine aufmerksame Realität sich mischen. Der Wald ist ein großes Ganzes , aber ohne einzelne Bestandteile. Solche Kulturangehörenden leben vom Anfang an in einer spirituellen Beziehung mit dem Geist einzelner Wesen des Waldes und letztlich mit den Beziehungen aller untereinander im großen Ganzen. Sie trennen nicht in ein Jenseits und Diesseits, in Hölle und Himmel, sondern leben einheitlich im Ganzen. Die Bäume, z.B., und sie als geerdete und bodenständige Wesen, als Waldwesen, verbinden den Boden und alles was auf ihm und in ihm wächst mit der geistigen Welt des Großen und Ganzen. Das ist für beide pures pragmatisches Erfahren.

 

Wenn sich der urbane Mensch Gedanken über den Geist des Waldes macht, kann er bis auf wenige Ausnahmen diesen nicht denken, denn ihm fehlen die Worte. Dafür hat er keine Sprache, nicht die passenden Worte und Vorstellungen. Ihm fehlt die immaterielle Geschichte des Waldes und seiner Kultur. Diese Geschichte und Kultur kann er nur verstehen, wenn er wieder in den Wald geht und dann in einer Waldgemeinschaft lebt und vor allem überlebt, ihm das Große und Ganze des Waldes in Fleisch und Blut übergeht. Der Angehörende einer Waldkultur hat dieses Problem nicht. Auch wenn er unter den Menschen lebt, ist das nur temporär. Er ist noch immer Wald.

 

Der urbanisierte Mensch glaubt die Geistgeschichte des Waldes von außen betrachtet, besser verstehen zu können. Das heißt aber auch, er wird letztlich den Geist des Waldes und sein Großes und Ganzes nicht verstehen, er kann ihn nicht wirklich begreifen. Menschliches bedeutet theoretische und abstrahierte Beziehung, spirituelles Wissen setzt Zugehörigkeit in Identität und Wahrhaftigkeit voraus. Der sogenannte zivilisierte Mensch begreift in abstrakten Theorien, Regeln, Prozessen, Verbindungen und Mustern. Und da ist er hilflos, wenn er sich forschend dem immateriellen großen Ganzen des Waldes nähern will. Für den Angehörenden einer Waldkultur ist das unsichtbare Immaterielle des Ganzen wie auch des Einzelnen real, wie den Menschen seine Objekte und Objektivität.

 

Gedächtnis und Intelligenz des Waldes

 

Die Intelligenz des Menschen hat ihren Grund im Individuum und in seinen sozialen Beziehungen. Natürlich unter anderem auch und aus der Sicht des Anthropozentrismus gesehen.
Ähnliches gilt auch für den Wald. Ein Baum lebt im Wald in einer Dualität aus Individuum und einem Beziehungsnetzwerk. Tiere, Bäume, Sträucher, Gräser, Moose Bakterien, Pilze etc. sind Beispiele von Individuum und Beziehungsnetzwerk. Dualitäten aus Individualitäten durchdringen seine biologische Welt und gehen bis zu den Anfängen des Lebens zurück.

Intelligenz ist unweigerlich verbunden mit Gedächtnis. Über das Gedächtnis eines Baumes läßt sich trefflich streiten. Ein Baum besitzt zwar kein Nervensystem wie ein Tier, aber seine Zellen werden von Hormonen, Proteinen und Signalmolekülen überschwemmt. Ihr Zusammenspiel läßt ihn seine Umgebung wahrnehmen und entsprechend reagieren.

 

Bei einem Menschen oder ein Tier werden solche Prozesse "Verhalten" und "Gedanken" genannt. Wenn wir die willkürliche Bestimmtheit des Menschen erweitern, verstehen dass dafür Nerven notwendig sind, zeigt sich: Proteine, mit denen Menschen elektrische Reize zur Aktivierung ihrer Nerven erzeugen, sind eng mit denen in Bäumen verwandt, durch die Pflanzenzellen elektrische Signale auslösen.
Die Signale der elektrisierten Pflanzenzellen sind zwar träge und brauchen wesentlich länger als die Nervenimpulse in den menschlichen Gliedmaßen, aber sie haben eine ähnliche Funktion. Mittels Impulsen elektrischer Ladungen leiten Zellen Informationen von einem Teil des Baumes zu anderen. Allerdings besitzen Bäume kein zentrales Gehirn, brauchen sie auch nicht. Von den feinsten Haarwurzeln bis zu den entferntesten Blättern denkt und lenkt ein Baum.

"Die Gedanken und das Gedächtnis eines Baum sind in seinem ganzen Körper verteilt und der ist wieder im Beziehungsnetzwerk Wald eingebunden, das alle Pflanzenzellen miteinander verbindet."

 

Die Gedanken eines Baumes und damit auch sein Gedächtnis sitzen in seiner biochemischen Architektur aufgrund chemischer und zellulärer Netzwerke.

 

Und jetzt wird es spannend. Pflanzen besitzen eine Intelligenz, die nicht in ihren Körpern, sondern in ihren Beziehungen zu anderen Arten bedingt ist. Also wie bei den Menschen ist die Intelligenz der Bäume nichts physisch Greifbares und ist doch vorhanden.
Besonders Wurzelpilze kommunizieren mit andere Arten aus der Lebensgemeinschaft, vor allem mit Bakterien und anderen Pilzen.

 
Im chemischen Austausch werden Entscheidungen, und die finden tatsächlich statt, nicht auf Ebene des Individuums, sondern der ökologischen Gemeinschaft getroffen. Z.B. produzieren Bakterien winzige Signalmoleküle, die die kollektive Entscheidung der Zellen ermöglichen. Diese Moleküle dringen in Wurzelzellen ein und verbinden sich mit den Pflanzenzellen. So fördern sie Wachstum und regulieren den Wurzelbau bis zum ganzen Baum.


Damit nicht genug. Natürlich schicken die Wurzeln auch Signale an die Bakterien. Dabei entstehen chemische Signale, die die Wurzeln gegen Angriffe von außen schützen sollen oder ihr Wachstum stimulieren. Das hört damit aber noch nicht auf. Wurzeln kommunizieren in gegenseitiger Abhängigkeit mit symbiotischen Pilzen. Dieses Beziehung ist ungleich komplexer und komplizierter als die der Bakterien. Der Waldboden ist ein Marktplatz der Geschwätzigkeit. Die Wurzeln treffen sich dort nicht nur zum Nahrungsaustausch, sondern hören auch das Neueste aus der Welt des Waldbodens.

 

Das Kommunikationsnetzwerk eines Baumes umfaßt auch seine Blätter. Sie prüfen den Gesundheitszustand ihrer Nachbarn. Auch Geräusche spielen eine Rolle. Kaugeräusche einer Raupe spürt bzw. hört ein Baum und produziert dann Abwehrstoffe. Baumzellen können in ihrer Wahrnehmung und Reaktion auf ihre Umwelt auf chemische und akustische Signale reagieren.

 

Man kann z.B. den Wurzel-Pilz-Bakterien-Komplex eines Baumes nicht in Einzelleben unterteilen, denn es gibt im Wald einzig und alleine gemeinschaftliches Leben in Beziehungsnetzwerken.

 

Die Beziehungen zwischen Bäumen und anderen Arten sind zur Zeit unvorstellbar komplex. In Waldnetzwerken werden Entscheidungen auf Basis von Informationsflüssen getroffen, an denen Tausende Arten beteiligt sind. Nicht der Baum alleine, der gesamte Wald denkt. Die Waldlebensgemeinschaft besitzt ein Gehirn, das über den gesamten Wald verteilt ist.

 

Die Gedanken und damit auch seine Intelligenz entstehen in einem einzigen großen und lebendigen Beziehungsnetzwerk und nicht anlog zu einem menschlichen Gehirn. Alle Arten und Individuen des Waldes sind an diesem Netzwerk beteiligt. Die Beziehungsnetzwerke des Waldes und die des Mensch unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Geschwindigkeit, Struktur oder Art und Weise. Menschen (die Waldler) und Tiere und andere Wesen, die zentrale Nervensysteme besitzen, gehören ebenfalls zum Wald.

 

Die Intelligenz des Waldes  entwickelt sich aus unzähligen Gedankenclustern, die miteinander in einem Beziehungsnetzwerk stehen bzw. kommunizieren. Nerven und tierisches, wie auch menschliches Gehirn tragen einen verschwindend kleinen Teil zu den Waldgedanken bei. Abgesehen vom zerstörerischen Potential des Menschen.

 

Ohne Beziehungsnetzwerke gibt es keine Ökologie und keine Evolution des Waldlebens. Beziehungsnetzwerke sind evolutionsgeschichtlich robuster und fruchtbarer als Individuen. Sie können Konkurrenten abwehren, die Zellchemie beleben und die Zeiten überdauern. Also ein Gedächtnis wie für die Ewigkeit.

 

Man kann ein Beziehungsnetzwerk auch als Individuum bezeichnen. Nur wird deren Charakter durch zahlreiche Beziehungen und nicht durch dauerhafte molekulare Identität oder einen festen genetischen Code bestimmt. Details der Beziehungen können sich im Laufe der Zeit ändern, aber das Netzwerk besteht als Kern der Lebensform weiter.
Das Leben des Waldes ist als widersprüchliche, kreative Multipolarität angelegt. Es ist Individuum und Netzwerk, es ist beides zugleich und noch einiges mehr, das wir bisher noch nicht erkennen. Wenn wir auch in Zukunft noch denken und nicht faul auf dem Sofa liegend sagen, gehorche deinem Herz und schalte deine Gedanken aus, wird der Mensch immer mehr vom Wald verstehen. Der Wald denkt, warum auch nicht der Mensch?

 

Ausgelagerte Intelligenz im Wald

 

Jetzt möchte ich mich einem schwierigen Phänomen nähern. Es ist wirklich ein schwierig darzustellendes, daher schneide ich es nur an und spreche so einfach wie mir möglich.

 

Tiere, wie auch die Menschen besitzen mit Nervensystemen und Gehirn zentrale Verarbeitungsinstanzen. Beide spielen in sozialen Netzwerken, in denen Gedanken und Intelligenz eine wichtige Rolle spielen. Beide können zwischen Hübschsein und weniger davon unterscheiden. Daraus resultiert mehr oder weniger eine Vorstellung von Richtig oder Falsch. Das biologische Sparsamkeitsprinzip  legt nahe, dass ähnliche Nervensysteme Ähnliches hervorbringen.

 

Den Wald mit seinen unzähligen Individuen kommt ohne ein Gehirn nicht aus. Das hat aber nichts mit einem Nervensystem zu tun, obwohl auch im Waldgehirn einiges an Elektrizität fließt und Chemie keine geringe Rolle spielt.

 

Das Gehirn des Waldes ist kein zentrales Nervenorgan wie bei Menschen und Tieren. Sein biologisches Gehirn ist ein einziger, riesiger aufnehmender, verarbeitender und agierender Informationsverbund, ein ebensolches Netzwerk.

 

Fangen wir mit den Bakterien im Wald an. Sie verarbeiten Informationen nicht in der einzelnen Zelle, sondern interagieren im Verbund mit anderen Zellen. Ihre Oberfläche sprüht von chemischer Aktivität und die wird als chemisch-elektrisches Signal von einer zur nächsten Zelle in den Zellverbund geleitet. Sie haben ihre Intelligenz vollständig ausgelagert in chemische und genetische Verbindungen eines Gemeinschaftsnetzwerkes, das aus Tausenden Zellen unterschiedlicher Art bestehen kann.

 

Verändern sich Umweltbedingungen, reagieren darauf zuerst die Verbindungen und dann die Zellen selbst. Klingt unwahrscheinlich, denn man könnte annehmen, dass zuerst die Zellen reagieren. Erst nach Reaktionen im Verbund verändern sich Zellen, vorher geben sie nur Information weiter. Das passiert z.B. durch Bakteriengruppen, die selber lauschen und in Folge veränderte Signale aussenden und unter Umständen damit andere Gruppen, sogar Arten beeinflussen oder manipulieren.
Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen demokratischen Prozeß, sondern um ein endloses immerwiederkehrendes Interagieren. Dabei wird durch chemisch-elektrische Signale das Verhalten von Gemeinschaften sukzessive verändert. Könnte man sagen, aus Inputs erfolgen in Zellen Entscheidungen? Nein, erfolgen nicht. Erst die Informationen im Netzwerk führen zu Entscheidungen für Veränderungen im Sinne von Verbesserungen.

 

Ein komplexes Wesen wie ein Baum empfindet - versteht - gewichtet - beurteilt durch Zusammenarbeit von interner und externer Intelligenz. Der Baum ist im Kleinen wie der Wald im Ganzen.
Durch Blätter und Wurzeln ist seine Intelligenz mit Bakterien und Pilzen vernetzt. In ihm arbeitet ein hormonelles, chemisches und elektrisches Netzwerk. Seine neuronalen Kommunikationsprozesse sind wesentlich langsamer als die von Tieren und Menschen. Sie durchlaufen das System von den Wurzeln bis zu den entferntesten Blättern. Das ist eine Realität, die den urbanisierten Menschen fremd ist. Der Baum ist ein Meister darin, seine Zellen mit unzähligen anderen Arten zu verbinden und dabei sich außerhalb seiner selbst stellen zu können. Weil ein Baum seinen Standort nicht verändern kann, muß er ebendiesen viel besser kennen und verstehen als bewegliche Individuen den ihren.
So paradox sich das anhört, er ist befähigt vor nahezu allen anderen Lebewesen, Urteil über Existenz und Sein in der Welt zu treffen. Letzte Aussage würden fast alle Menschen sofort ablehnen, aber die sind ja mobil, können schnell ausweichen und, von einem Zentralhirn gesteuert, riesige Abstraktionen imaginärer Gedankenbauwerke konstruieren.

 

Der Wald und seine Akustik, ein Konzert der Sprache

 

In den alten Waldkulturen und heute noch bei den Waldvölker gehört zum Überleben einer Familie oder Sippe das Lauschen des Waldes. Der Jäger ist zuallererst ein Lauscher und ein jeder hört frühzeitig, wenn ein Sturm kommt oder ein Baum umfällt. Bäume fallen nicht einfach so um. Vorher geben sie eine Menge Signale, die den Betroffen genug Zeit lassen, sich frühzeitig in Sicherheit zu bringen. Vorausgesetzt die Hörleistung stimmt. Bei urbanisierten Menschen ist diese stark abgeflacht, bei der heutigen Zeit der Smartphons und Computerspiele nahezu nicht mehr vorhanden.

 

Der Wald, spezifisch ein Baum, spricht aber auch auf einem ganz anderen Niveau. Nämlich im Ultraschallbereich. Übrigens, Wale unterhalten sich auch in diesem oberen Bereich.
Zuerst einmal senden Bäume nicht gezielt Ultraschalltöne aus. Diese entstehen, wenn im Baum etwas passiert. Nur dann, wenn sie in den Wald hinein geschickt werden, sind sie eine Information für viele Lebewesen. Z.B. für andere Bäume, Insekten und auch Tiere. Nur der urbanisierte Mensch kann sie nicht hören. Diese Töne als Information beeinflussen die Intelligenz des Geistes eines Waldes.

 

Z.B. entsteht ein Ultraschallgeräusch in einem Baum, wenn eine kohäsive Wassersäule, die von den Wurzeln bis in die Baumkrone reicht, plötzlich reißt. Wasser im Baum fließt in feinen Kapillarröhrchen von unten nach oben bis zu den letzten Blättern. Wenn der Boden feucht ist, also genug Bodenwasser vorhanden ist, funktioniert das gut. Wenn Wurzeln aber nicht genug Wasser liefern können und trockene Winde oder starke Sonneneinstrahlung auf die Kronen einwirken, beide kräftig am Wasser zerren, reißen die feinen Wasserfäden. Sofort entstehen in den Zellen Luftblasen, die dann platzen und es ertönt ein lauter Knall im Ultraschallbereich.

 

Das Ultraschall-Knallen im Baum zeugt von Streß. Die Luftblasen, die von den Wurzeln bis zu den Blättern sich bilden können, blockieren den Wasserfluß. Mangelt es dem Baum an Wasser, muß er hungern, wird schwächlich, schlimmstenfalls stirbt er. Er kann kein nährendes CO2, das durch seine Stoma-Münder fließt, aufnehmen. Sie verschließen sich, weil sie nach Wasser lechzen. Wenn Zellen austrocknen oder wieder Feuchtigkeit aufnehmen verschiebt sich die Zellwand gewaltsam, wobei wieder ein Ultraschallknall entsteht.

 

Im Wald knistert und zischt es permanent und überall. Alle hören zu, Freund und Feind. Ein Baum teilt damit allen anderen seinen momentanen Zustand mit. Wenn der Baum oft genug erzählt, das es ihm aufgrund von Wassermangel nicht gut geht, er womöglich geschwächt ist, hören das seine Feinde. Sie kommen und das sind meistens schädigende Insekten.

 

Bäume haben dafür mehrere Abwehrstrategien. Sie bilden giftige Harze aus. Verschließen damit ihre Wunden und sonstige Öffnungen. So unwahrscheinlich es klingt, sie impfen mit Duftmolekülen Wolken über ihnen, um sie zum Regnen zu bringen. Das passiert nicht nur in den Tropen, sondern auch in gemäßigten Zonen. Nachts tun sich Baumwurzeln und Bodenpilze zusammen und holen sich Wasser aus tieferen Bodenschichten herauf. Das Wasser wird, durch leichte elektrische Aufladung von Zellulose-Wurzelmolekülen und Pilzzellwänden angezogen, nach den Gesetzen der Physik durch die Kapillarrohre weiter gegeben. Auch in diesen Röhrchen spielen elektrische Spannungen eine große Rolle, denn wie sonst soll Wasser bis in 80 Meter hohe Baumkronen gelangen, wie sonst könnte in der Nacht Wasser vom Nassen zum Trockenen fließen? Alleine mit der Verdunstung, der Transpiration in den Blätter würde die Wassersäule zwischen Wurzel und Krone nach den Gesetzen der Hydrodynamik schon bei einer geringen Höhe reißen.

 

Also die Akustik der Bäume, wie auch die anderer Lebewesen im Wald ist wie eine Sprache. Viele hören sie, einige reagieren darauf. Diese Akustik ist eine Stimme, eine Information, die das Gedächtnis und die Intelligenz der Geistes des Waldes beeinflußt, ihn stimuliert, manchmal manipuliert. Es ist schon faszinierend, in wie vielen Sprachen die Wesen des Waldes sprechen. Hier ist nur ein kleiner Teil angeführt. Ein wichtige Rolle spielen die Terpene (chemische Aerosole) in der Waldluft und die Pilze im Boden. Von vielem weiß der Mensch noch gar nichts.

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Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit, auch wenn es bestimmt nicht immer leicht war, zu folgen. Zum Schluß möchte ich noch sagen, es braucht nicht immer eine Natur-Geist-Romantik um das Wunder Baum zu erleben. Sensibilität, vereinfacht gesagt ein Gespür, sowie ein wenig Verstand und Wissen öffnet die Welt der Bäume. Letzteres, das Wissen, ist der schwierigste Teil dabei. Um das muß man sich bemühen, sein Erwerb bedeutet Arbeit und Anstrengung. Und wer will sich heute noch anstrengen, außer zwangsweise im Beruf oder freiwillig im Sport.
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Und wenn ich am Anfang vom Begriff der Faszination gesprochen haben, so kann die ins Uferlose wachsen, wenn es letztlich um geheimes und tief verborgenes Wissen über den Geist der Bäume geht.
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Euer Armin vom Silberwald  

 

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